15.06.2010
Energie Umwelt, Naturschutz, Klimaschutz

Zwei Trassen berühren Raum Bockenem

(Quelle: Hildesheimer Allg. Zeitung, 15.06.10) Bockenem. Das Raumordnungsverfahren für die Leitung zwischen den Umspannwerken Wahle (Landkreis Peine) und Mecklar (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) hat begonnen. Die Genehmigungsunterlagen sind im Internet unter www.rov-wahle-mecklar-online.de veröffentlicht. Außerdem will die Betreiberfi rma "transpower stromübertragungs gmbh" den Bürgern die Möglichkeit geben, sich persönlich über das Projekt zu informieren. Zum Beispiel bei einem Informationsabend am heutigen Dienstag, 15. Juni, 19 Uhr, im Hotel Sauer, Altensteinerstr. 7, in Bockenem. Zeitgleich fi ndet eine ähnliche Veranstaltung im Delligser Festsaal statt.

Schon in der vergangenen Woche hat in Seesen der Arbeitskreis Höchstspannung getagt. Neben der Bürgerinitiative "Der Ambergau wehrt sich" waren etliche andere BIs und auch Kommunen vertreten. An diesem Abend informierte der Projektleiter der „Transpower“ über die Grundlagen der Prüfung der einzelnen Trassenvarianten. Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie wurden die Auswirkungen auf den Menschen, die Landschaft sowie die Tier- und Pfl anzenwelt untersucht. Die Raumverträglichkeitsstudie bezieht sich auf die Raumnutzung und Raumplanung respektive die Beeinträchtigung von Grundstücken in Ihrer Nutzung und Entwicklung.

Für den niedersächsischen Teil der Trasse gibt es momentan noch fünf Varianten von denen zwei den Raum Bockenem/ Seesen und drei der Bereich Lamspringe berühren. Dabei ist die Variante eins die kürzeste und somit wirtschaftlichste, allerdings erfordert sie die längste Neutrassierung und beeinträchtigt am massivsten Vogelschutzgebiete.

Bei Variante zwei werden Vogelschutzgebiete weitgehend gemieden. Sie verläuft zu etwa 50 Prozent auf alten Trassen die zum Teil zurückgebaut werden können und ist somit aus Umweltsicht günstiger. Welche der fünf Varianten aber am Ende zum Tragen kommt, wird sich im Laufe des Raumordnungsverfahrens herauskristallisieren. Letztendlich wird das Land als Genehmigungsbehörde entscheiden.

Bis zum 27. August können Kommunen, Bürgerinitiativen und Umweltverbände Stellungnahmen abgeben. Betroffene Bürger können Einwendungen an die Kommune richten.

Die von den BIs geforderte Erdverkabelung ist zwar mit untersucht worden, aufgrund der Kostenbetrachtung jedoch nicht weiter verfolgt worden. Die Ernüchterung auf Seiten der BI „Der Ambergau wehrt sich“ ist groß. „Das macht erneut deutlich, dass die Versprechungen der Politik mit Vorsicht zu genießen sind“, so ein Sprecher der BI. Die Gruppe ist dennoch entschlossen, ihre Aktivitäten wieder zu verstärken und deutlich zu machen, dass eine Querung des Ambergau nur mit einem Erdkabel möglich sein wird.

Die Bürgerinitiative will die Bürger am Donnerstag, 17. Juni. in Mahlum in der Gaststätte Gaus und am Montag, 21. Juni um 19:00 Uhr mit Beteiligung der Stadt Seesen und der Aktion Naturland im Seesener Bürgerhaus informieren.

 

 
 

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