Gelbe Tüten gegen Gewalt
Aktionsbündnis weitet Brötchen-Aktion auf gesamten Landkreis aus
(Quelle: Hildesheimer Allg. Zeitung, 26.11.09) Hildesheim. Das Aktionsbündnis "Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte!" hat gestern zum dritten Mal Brötchentüten in der Fußgängerzone verteilt. Ziel der Aktion ist es, auf das Thema der häuslichen Gewalt aufmerksam zu machen. In den 7500 gelben Tüten fanden Passanten nicht nur jeweils ein Brötchen, sondern auch eine Broschüre mit Adressen, an die sich Opfer von Gewalt oder Unterstützer des Bündnisses wenden können. Der Tag wurde anlässlich des internationalen Gedenktages "NEIN zu Gewalt an Frauen" gewählt.
Seit 2001 ist Gewalt gegen Frauen eine Straftat, die von Polizei und Gerichten verfolgt wird. "Ein Gesetz allein macht noch keine gewaltfreie Gesellschaft", sagte die GRÜNEN-Politikerin Brigitte Pothmer, die vor zwei Jahren die Idee zu der Aktion gegeben hatte. Entscheidend sei das "Nicht wegschauen", die Solidarität mit betroffenen Frauen und ihren Kindern sowie die Unterstützung bei der Verhinderung von Gewalt.
Die Aktion soll auch darauf aufmerksam machen, dass häusliche Gewalt kein Problem sozialer Brennpunkte ist, sondern in allen sozialen und ethnischen Schichten vorkommt.
Zum ersten Mal wurde die Aktion auf den gesamten Landkreis ausgedehnt, erzählte Christa Schick, die Gleichstellungsbeauftragte des Lankreises. "Wir konnten mehr als 40 Bäckereien gewinnen, die heute ebenfalls die Tüten verteilen." Finanziert werden konnten die Brötchen-Tüten mit den Spenden, die bei der Aktion im vergangenen Jahr eingenommen wurden. Seit der Gründung ist das Aktionsbündnis stetig gewachsen. Derzeit besteht es aus den Initiativen Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), dem Frauenhaus Hildesheim, dem Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen, dem Internationalen Frauentreff, der Beratungsund Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS), der Gleichstellungsstellen der Stadt und des Landkreises Hildesheim sowie der Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt "Wildrose".
Sponsoren und Unterstützer können über das Frauenhaus in der Bahnhofsallee 25, unter Telefon 1 55 44 oder über eine der beteiligten Initiativen Kontakt aufnehmen.









